Bereits in der Bürgermeisterei Rellinghausen vor 1910 existierten neben einer „Bürgerschaft” ein Bürgerverein Oberbergerhausen sowie der Bürgerverein Heide.

Außer der namentlichen Nennung bei Festakten und Umzügen sind allerdings keine Dokumente wie Satzung, Sitzungsprotokolle oder Mitgliederzahlen bekannt.

Im Ersten Weltkrieg, also nach der Eingemeindung nach Essen, ist am 31. Oktober 1915 erstmalig ein Auftritt einer Bürgerschaft Rellinghausen dokumentiert.

Eine Plakette mit der Aufschrift „Die Bürgerschaft Rellinghausen 1915” wurde am „Schmied von Essen” angebracht.

Der bekannte Architekt Edmund Körner hatte vor dem Handelshof eine hölzerne Anlage gebaut, die Gelder zugunsten von Kriegsinvaliden und Hinterbliebenen durch „Nagelung” einbringen sollte.

 

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 Unter dem 23. November 1915 finden wir eine Einladung zu einem Vortragsabend im Saale Kimpenhaus unterschrieben von einem „Bürgerausschuss für Essen Rellinghausen und Stadtwald”.

Weitere Aufzeichnungen über Aktivitäten liegen nicht vor, bis 1925 ein Bürgerausschuss zur Errichtung eines Kriegerdenkmals zusammentrat.

Am 01. März 1925 entstand daraus der Vorläufer der heutigen Bürgerschaft, der „Verkehrs- und Verschönerungsverein Rellinghausen”, im Vereinsregister eingetragen unter der Nummer 356. In den Folgejahren wurden auf den Sitzungen viele Belange der Bürger behandelt, so die Vergrößerung des Friedhofs, die Errichtung einer Sportanlage im Walpurgistal und, und, und.

Im Jahre 1929 entrichteten 97 Mitglieder 20 Pfennige Beitrag pro Mitglied und Jahr.

1930 wurde der „Verein zur Errichtung und Ausschmückung eines Ehrenmales in Rellinghausen” ausgegründet.

 

Am 01.Juli 1933 wurden infolge des Regierungswechsels die Versammlungen und Sitzungen unseres Vereins „auf Zeit” eingestellt.

Erst im Jahre 1950 wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen. Am 06. November 1950 gründete sich der Verein unter dem Namen „Bürgerschaft Rellinghausen” wieder.

1956 schied der Bezirk Bergerhausen aus und gründete einen eigenen Bürgerverein.

Die rührige Rellinghauser Bürgerschaft kümmerte sich neben öffentlichen Aufgaben, wie der Überdachung des S-Bahn-Bahnsteigs im Hauptbahnhof, Errichtung eines Postamtes in Essen-Stadtwald, Enttrümmerungsmaßnahmen in unseren Ortsteilen, auch um Kulturabende und veranstaltete Konzerte in der Aula des Realgymnasiums.

Trotz all dieser Aktivitäten sank zunächst das Interesse an der Bürgerschaft. Der Mitgliederbestand ging von 255 Mitgliedern im Jahre 1962 auf 147 im Jahre 1965 zurück. Gegen 1970 stieg er wieder auf 196 Personen an, bis 1977 gar auf 350 Mitglieder.

Durch die Gründung von Stadtteilparlamenten, den Bezirksvertretungen, im Jahre 1975 entfiel ein Teil des Aufgabenspektrums der Bürger- und Heimatvereine.

1976 übernahm Alex Patten den Vorsitz für 32 Jahre. In diese Zeit fällt der Erwerb des Gerichtsturms durch die Bürgerschaft. Als Voraussetzung für den Kauf wurde der Verein als gemeinnütziger Verein unter dem Namen „Bürgerschaft Rellinghausen-Stadtwald e.V.” neu gegründet und am 05. Januar 1994 unter der Nummer VR 3572 in das Register eingetragen.

 

 

Mitte 1997 wurde der „Blücherturm” für 20.000 DM von der Stadt Essen gekauft und das Grundstück für 60 Jahre in Erbpacht genommen. Die Restaurierung des Gemäuers verschlang etwa 320.000 DM und dauerte bis November 1998. 

Dank vieler Spenden gelang es, mit Fertigstellung des Turmes schuldenfrei dazustehen. Die NRW-Stiftung übernahm hierbei einen Großteil der Finanzierung. Aber auch die großzügige Sparkasse Essen, sowie viele kleine und nicht so kleine Spenden halfen bei diesem tollen Ergebnis.

Unser Dank gilt Hans Schroer, der in den achtziger Jahren der zweite Vorsitzende war und seine wirklich interessanten Vorträge in einer Buchreihe verewigte.

Trotz steigender Konkurrenz auf dem Freizeit- und Vereinssektor gelang es bis heute, die Mitgliederzahl auf über 300 zu halten.

Seit Beginn des neuen Jahrtausends veröffentlichte die Bürgerschaft verstärkt Publikationen zur Geschichte der Ortsteile, um dem wachsenden Interesse an der Ortsgeschichte gerecht zu werden. Dies drückt sich auch durch den ständig erweiterten Denkmalpfad aus, der durch Texttafeln über historischen Orten informiert.

Als weiteres Beispiel sei auch der „Jakobsweg” genannt, der wieder durch Rellinghausen und Stadtwald führt.

 

 

Zum Kulturhauptstadtjahr 2010 ließ die Bürgerschaft einen 26-minütigen Film drehen mit dem Titel: „Rellinghausen und Stadtwald - Leben im Grünen - Zwischen Kirche, Kohle und Kultur”.

 

 

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Der Mitgliederbeitrag von 15 Euro pro Jahr ist seit Jahren stabil.

Wir blicken optimistisch in die Zukunft und sehen ein weiteres Feld unserer Vereinstätigkeit im Schmieden von lokalen Netzwerken wie Kultur vor Ort und einer verstärkten Zusammenarbeit der Geschäftsleute von Rellinghausen und Stadtwald.